Als Laien denken viele, dass man auch als grottenübler Fotograf jedes noch so grausliche Bild in ein Kunstwerk verwandeln könne, wenn man nur am Photoshop rumschraubt, aber: Ein schlechtes Bild bleibt ein schlechtes Bild!

Da dies hier kein Fotoblog ist, werden wir die Frage, was denn ein gutes Bild sei, nicht abhandeln, aber sehr wohl feststellen, dass Photoshop als Software der Wahl natürlich auch zum Mißbrauch einlädt. Hier aber geht es um den Gebrauch!

Ohne Photoshop o.ä. läuft aber genau nichts! Denn sowohl die Helligkeiten und die Kontraste müssen feingetunt- und störende Gegenstände aus den Bildern entfernt werden. Und vieles mehr. Wir gehen also gleich mal in die Vollen.

 

 

#Retouche

Salzburgring, November. Aus dem Anhänger rollt ein Rennwagen aus den 40ern, ein sagenumwobenes Einzelstück. Der Restaurator und der Eigentümer sind mit ihm angereist und haben den Ring für 2 Stunden reserviert, damit wir den Wagen artgerecht in einem adäquaten Umfeld ablichten können.

Das mit dem Fahren scheint auf Seiten der Ring-Mitarbeiter nicht angekommen zu sein, denn es ist Punkt 12 Uhr Mittag und bis 14 Uhr darf man, der Nachbarn wegen, nicht mit alten, lauten Kisten fahren.

Tatsächlich lautet der Spitzname des Rennwagens auf Donnerbüchse und hätte in den benachbarten Suppentellern mit Sicherheit drehzahlabhängige Wellen geschlagen, unterbrochen durch regelmäßiges Überschwappen, der Fehlzündungen halber. Aber hatten wir einen Plan B?

Photoshop!

Das Auto wird also an ein Abschleppseil gehängt und mit einem Hunderter ein paar Mal über den Track gezogen (Mitzieher) und ich weiss dabei, dass die Arbeit erst daheim wirklich beginnen wird.

 

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In der Architektur zum Beispiel kommt es häufig vor, dass das fertige Gebäude zwar steht, aber der Garten ist nicht begrünt, die Straße nicht asphaltiert ist und überall steht was rum. Da heisst es ebenfalls zaubern und da wie dort lernt man die Skills:

 

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Zumeist drängt uns die pure Not zum Photoshop, nämlich der Mangel an Alternativen. Das Bild unten ist ein gutes Beispiel dafür, denn den Wagen in ein Fotostudio zu bringen wäre ein gewaltiger logistischer und finanzieller Aufwand gewesen. Wir arbeiten also in der Werkstatt mit einer Papierbahn und Werkstattlicht. Der Rest wird in Photoshop retouchiert.

 

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#Freisteller

Gemein kann nur ein Auftraggeber sein, der dringend ein gutes Bild von einem Wagen benötigt, um eine Sonderausstellung anzukündigen und noch kein einziges Bild des Autos existiert. Dann heisst es freistellen und einen Raum zu simulieren. Dieses Bild vom Alpenwagen war eine Arbeit von drei Stunden Freistellen, vor allem der nervenzerfetzenden Speichenfelgen wegen.

 

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Hat man den Freisteller aber erst mal gemacht, kann man ihn natürlich sonst wo auch noch hinstellen:

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Ist der Hintergrund fad oder spröde, stellt man den Wagen frei und parkt ihn um:

 

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Das Freistellen ist der Beginn einer jeden Montage, klarerweise. Wer von Euch eine Ahnung von Photoshop hat, weiss, dass es zum Freistellen mehrere Tools gibt: Das Lasso oder die Feder zum Beispiel. Meine Empfehlung lautet, mit Masken zu arbeiten, da sie im Gegensatz zu den anderen Werkzeugen nicht destruktiv wirken. Weitere Beispiele:

 

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#Bildmontage

 

Innsbruck, Jänner.

Der Föhnwind fährt mit Lufthundert durchs Tal, die Böen sind angereichert mit Blättern, Plastiksäcken und der gesicherten Annahme, dass der Sturm in der Nacht abklingen wird, damit es danach zu schneien beginnen kann.

Wir haben also ein sehr überschaubares Zeitfenster für den neuen Audi A8. Am Nachmittag machen wir die Mitzieher, am Abend – und es ist ja früh dunkel – will ich noch mit Kunstlicht ein paar nette Bilder machen. Allerdings: Stative aufzustellen und mit großen Softboxen zu blitzen wird des Windes wegen nicht gehen, wenn ich sie nicht am Boden festbetoniere. Plan B? Photoshop:

 

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Den Blitz fest in der Hand gehe ich ums Auto und beleuchte es von allen Seiten. Daheim werde ich die Bilder übereinanderlegen und zusammenbauen.

 

Inntal, Juni. Einen waschechten Geländewagen möchte man natürlich am Liebsten dort ablichten, wo er hingehört: im Gelände. Wir haben den Amarok nur recht kurz, also wird sich das nicht ausgehen. Plan B: Photoshop.

 

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Tirol, April. Über Afrika und Indien wollen wir nach Amerika, alle möglichen Abenteuer erleben und zwar mit dem VW California und das in 3 Tagen. Weil uns das etwas knapp erscheint, suchen und finden wir einen Plan B: Photoshop!
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Gnadenwald, Mai. Der mattgraue Leon Cupra ist zwar bereits verkauft, aber für ein schnelles Shooting verfügbar und er ist ein kleiner Rennwagen. Mir fehlt es an Allem: Niemand ist zugegen, um mir das Auto für einen Mitzieher zu fahren, die faden Standbilder sind erledigt, denn gehört so ein Auto nicht auf die Rennstrecke? Und selbst wenn eine da wäre, wird es gleich fürchterlich zu regnen beginnen. Plan B!

 

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Und so weiter, und so weiter…….

 


Bildmontagen sind häufig in der Werbung zu sehen und in der Lage, für ein unübliches Bild zu sorgen oder Situationen zu retten – und das in allen Bereichen der Fotografie. In jedem Fall muss man in ziemlich viel in Arbeit investieren……..

Das Freistellen ist ein Vorgang, der penibel zu erledigen ist erstens, zweitens ist genau darauf zu achten, dass die Lichtsituation auf den verwendeten Bildern passt. Wenn nicht, wird das Bild nie und nimmer glaubwürdig sein.

Zuletzt, zu Eurer Belustigung, Unterhaltung oder aber zur Inspiration, ein paar Bildmontagen, die im Laufe der Zeit und mancher Anlässe wegen entstehen wollten:

 

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