Nun, das ist ein amerikanischer Wagen. Wie schon alle vorherigen Corvettes ist auch die siebte Generation dieser Baureihe nicht in verschämter Bescheidenheit gezeichnet worden, sondern noch breiter, noch flacher und noch akzentuierter.
Dabei haben die Designer viele Konstanten der Vergangenheit weiterverfolgt: Die lange Motorhaube, die versteckten Scheibenwischer, die coke-bottle-Taille und die geschwungenen Kotflügel gehen in der Designgeschichte weit zurück und fanden ihre stilbildendste Ausprägung in der Corvette C3, die von 1967 bis 1982 gebaut worden war.
Von den Fans wird die C3 als amerikanische Design-Ikone verehrt, obwohl die wesentlichsten formalen Einflüsse gar nicht aus Amerika, sondern aus Europa gekommen waren. Zwar war der Auftraggeber jenes Wagens, der den Style der C3 prägen sollte, ein Amerikaner, dennoch spielte es sich in Italien ab, wo der Arnolt Bristol bei Bertone gefertigt wurde. Franco Scaglione, dessen Feder auch der grandiose Alfa Romeo 33 Stradale entsprungen war, entwarf dieses Auto. Bristol selbst übrigens war englisch, das Fahrwerk bayrisch, das Design also italienisch und verkauft wurde der Bristol vorwiegend in den USA. (Sowohl den Arnolt Bristol als auch die Corvette C3 hatte ich schon vor der Linse. Sie eröffnen die Bildstrecke….)

Somit hat auch die aktuelle Corvette Turiner DNA im Genpool, wenngleich dieses spezielle Modell sich äusserlich und auch innerlich von den normalen C7 unterscheidet. Diese C7 Z06 bekam ich vom vertrauensvollen Gerhard Told (www.auto-told.cc) geliehen. Das rare Modell leistet knapp 660 PS aus einem 6,2 L – Achtzylinder – Kompressormotor.  Acht Zylinder klingen stets sonor (das Radio haben sie völlig umsonst eingebaut), der Wagen soll in 3,4 Sekunden auf 100 beschleunigen. Die Achtgang – Automatik reicht die Gänge so geschmeidig durch wie der Oberkellner Zoran vom Weissen Rössl. Hatte der Audi RS6 seine 605 PS auf alle vier Räder umverteilt, bekommt jedes Hinterrad der Corvette 330 PS ab. Da bekommt man schon einen Mengenrabatt für die Michelin Pilot Sport Cup 2 ZP – Reifen.
Die C7 sieht aus allen Winkeln gut aus, sie ist fotogen und das sehen auch andere so. Es war gar nicht einfach, sich mit dem Wagen irgendwohin zurückzuziehen, um ihn in der notwendigen Konzentration abzulichten. Dieses Auto ist nichts für misanthrope Menschen.
Weil ich aber die Menschen sehr mag, hatte ich gerade deshalb eine nette Zeit mit dem Wagen und ich schulde einigen Menschen Dank, die mir geholfen haben, die Corvette so in Szene setzen zu können, wie ich es mir gewünscht hatte:

Danke an:

Matthias Mosmann vom Tiroler Landesarchiv
Ing. Mag. Reinhard Ehrenstrasser der TFBS für Bautechnik und Malerei
Mathias für die souveräne Bewegung der Corvette für die Mitzieher
Gerhard Told und Anna für die Corvette und die Symphatie

 

PS.: Hab den Wagen noch am selben Tag abends zurückgebracht. Bei IG-Luft – Hunderter nach Jenbach gefahren. Standgas im Achten. Mit einem erleichterten Gerhard ein kleines Bier gepflegt. Bin dann im Panda meiner Frau heimgefahren. 64 PS nur, aber man kann wenigstens voll ins Gas steigen, ohne dass einem die Gegend um die Ohren fliegt.